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Besser als befürchtet: Die 2008er.

Trinkvergnügen pur.

Wir gingen mit ziemlich gemischten Gefühlen an die Verkostung der Jungweine des Jahrgangs 2008. Aber wir können Entwarnung geben. Es gibt sehr viel Trinkspass...

Besser als befürchtet: Die 2008er.
Viele Trauben sahen heuer so aus.
Verkostungsnotiz


Auch wenn’s draussen noch ziemlich kalt ist, die jungen Weine des Jahrgangs 2008 machen schon durchaus Frühlings-Stimmung.

Eigentlich gingen wir mit ziemlich gemischten Gefühlen an die Verkostung der Jungweine. Denn der Jahrgang 2008 war schwierig. Nach einem milden Winter folgten ständige Wetterkapriolen, riesige Hagelschäden, kühle Temperaturen wechselten mit extrem heissen Perioden und ständigen Niederschlägen. Fast feucht-tropische Verhältnisse liessen Peronospora und Fäulnis extrem wuchern. Enorm aufwändige Weinbergsarbeit war notwendig.

Die Trauben reiften nur sehr langsam, erst im Oktober zeigte der Wettergott doch noch Gnade und liess die verbliebenen gesunden Trauben noch gut ausreifen, was man in ein paar Monaten an den kräftigeren Weinen sehen wird. Bei den Jungweinen war aber logischerweise noch viel nicht komplett ausgereiftes Traubenmaterial dabei. Weswegen wir uns ein bisschen vor extremen Säurewerten und Gerbstoff-Bitternoten fürchteten.

Entwarnung.

Um so erfreulicher das Ergebnis. Unsere Winzer sind einfach gut. Die eingereichten Jungweine machten jede Menge Spass. Niedrigere Alkoholwerte als in den letzten Jahren und frische knackige Frucht bereiten jede Menge Trinkspass. Auch die Säure hält sich in Grenzen und ist meist mit extraktsüsser Frucht gut gepuffert. Viele Weine erreichten zwei bis drei Gläser, zwei Weine sogar vier. Das ist für junge Weine schon ein sehr guter Schnitt. Selbst die Weine, die von uns nur ein Glas bekamen sind durchwegs saubere unkomplizierte Alltags-Tropfen, die Spass bereiten.

Sehr erfreulich auch das Preis-Niveau.

Die meisten Weine kosten um die 5,- Euro ab Hof, manche sogar weniger, nur einige liegen etwas darüber. Allgemein jedenfalls ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Besten.

Zwei Weine stachen deutlich heraus: Eine echte Rarität, der Rote Muskateller vom Weingut Holzmann ist ein grandioser Wurf. Herrlich sortentypisch fruchtig-duftig-würzig mit feiner Struktur und Balance, ein wahres Vergnügen. Viel Trinkvergnügen bereitet auch der Grüne Veltliner Classic vom Bio-Weingut Zillinger, der allerdings auch schon etwas kräftiger war, als die restliche Konkurrenz. Beide kommen aus dem Weinviertel.

Auch unter den immerhin 20 Weinen, die drei Gläser geschafft haben, ist das Weinviertel gut vertreten, stark auch wieder die Wiener mit ihren gemischten Sätzen. Gut vertreten auch einige Burgenländer, die Thermenregion, Carnuntum und natürlich Kamp- und Kremstal und der einzige eingereichte Wachauer.

Die grösste Anzahl der eingereichten Jungweine erreichten zwei Gläser. Das sind durchwegs recht sortentypische, saubere einfache Weine, die viel Trinkspass bereiten. Unter anderem die heuer wieder sehr typischen Junker und Welschrieslinge aus der Steiermark, die unglaublich saftig und frisch aber eben wieder ein bisserl schlanker ausgefallen sind. So, wie man sich das wünscht, die waren in den letzten Jahren ja eh oft schon zu kräftig. Dasselbe gilt für die klassischen Veltliner und weissen Cuvées aus den Regionen entlang der Donau und dem Weinviertel.

Fazit: Preis-Leistung - ideal für den glasweisen Ausschank.

Alle hier vorgestellten Weine bereiten viel Trinkspass zu moderaten Preisen, sind also wunderbare Weine für den glasweisen Ausschank in der Gastronomie. Die meisten lassen sich gut zur klassischen österreichischen Küche kombinieren, zu Gebackenem, zu Henderl oder Fisch und zu Salaten sowieso. Sie sind leicht und süffig, die Gäste können also ohne nachzudenken auch ein Glaserl mehr trinken.
© by Helmut Knall
last modified: 2009-02-05 17:27:11

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