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Und erstens kommt es anders...

Von Planung und Ausführung.

Wenn man so ein Projekt wie "En Primeur" startet, hat man so seine Vorstellungen, wie das alles ablaufen wird. Wir planten die Zeitabläufe und organisierten die Lager- und Kühlmöglichkeiten, denn schlussendlich kommen da ja über 600 Weine.

Und erstens kommt es anders...


Schließlich setzten wir uns hin und planten die Reihenfolge, in der wir die Weine verkosten wollen, programmierten das Computerprogramm, stellten das Büro komplett um, damit wir konzentriert und doch halbwegs bequem verkosten, bewerten und tippen können. Ja sogar an die Entsorgung der Kartons und der Leerflaschen haben wir gedacht. Also los.

Wie immer kommt es anders. An den ersten beiden Tagen kommen zwar die Paketdienste bis nach Währing, aber anstatt bis in den Mezzanin zu gehen und an unserer Türe zu klopfen, schreiben die netten Herren einfach schon im Parterre den Zettel, wo wir uns die Kartons selbst abholen dürfen, was wir natürlich nicht wissen können. Zu diesem Zeitpunkt sitzen wir schon neugierig und voll Tatendrang in der Redaktion und warten. Wir telefonieren nach: "Doch die Weine sind schon rausgegangen!" hören wir immer wieder. Irgendwann gehen wir Frühstück einkaufen und sehen dabei die Verständigungszettel. Nach endlosen Telefonaten verspricht man uns, die Fahrer darauf hinzuweisen, dass die Redaktion nahezu rund um die Uhr besetzt ist.

Die ersten Kisten schleppen wir trotzdem durch den halben achtzehnten Bezirk.

Trotzdem stimmt unsere geplante Folge natürlich nicht, weil einige Winzer nicht zeitgerecht verschickt haben. Eintreffende Fassproben müssen natürlich sofort gekühlt und schnellstmöglich verkostet werden. Im Gegen satz zu den frisch gefüllten Weinen, denen es ganz gut tut, wenn sie ein paar Tage Ruhe haben nach dem sogenannten Füllschock.

Dazwischen teilen uns einige Winzer mit, dass sie keine Fassproben verschicken wollen und wir zu Ihnen kommen sollen. Natürlich verstehen wir die Ängste, denn viele Weine sind zu diesem frühen Zeitpunkt noch ungeschwefelt und auf der Feinhefe. Die zu verschicken stellt ein Risiko dar. Also planen wir einen Tag in der Wachau und einen im Burgenland ein, wo wir vor Ort, bzw. in einem zentral gelegenen Gasthof , wohin die Proben geliefert werden können verkosten.

Hier gleich ein grosses Danke an Karl Mandl und seine Mannschaft vom Florianihof in Wösendorf und an das Team von Josef Lentsch vom Gasthaus zur Dankbarkeit in Podersdorf, die uns wunderbar unterstützt haben, ganz abgesehen vom guten Essen.

Dann passieren natürlich auch lustige bis nervige Geschichten, wie z.B. dass zufällig Lukas Pichler gerade mit seinem Hund im Garten spielt, wir kurz stehen bleiben um ihn zu grüssen und er uns einlädt doch hereinzukommen, denn es seien gerade die Top-Weine bis zurück ins Jahr 1992 offen, weil Mr. Rovani, der Co. Von Robert Parker jr. Zum Verkosten da gewesen sei. Terminplan wird über den "Haufen" geworfen, denn das kann man sich doch nicht entgehen lassen.

Das andere Mal quält man sich durch den Freitagsverkehr durch Wien um die Pöckls doch noch schnell vor deren verdientem Urlaub zu erwischen und muss, kaum bei den Prielers angekommen schon wieder weiter, obwohl man doch viel lieber noch bei der Jause und einem guten Tropfen aus dem Keller sitzen geblieben wäre und dem gewinnenden Lächeln des "Bertl" ein ebensolches erwidert hätte. Stundenlang möchte man mit Pepi Umathum über die Lagen philosophieren oder mit Andi Kollwentz über die neuesten Technologien schwatzen.

Wie gerne hätten wir bei den Hirtzbergers oder bei Rudi Pichler deutsche und österreichische Rieslinge querverkostet oder uns bei Hubert Fohringer in Spitz durch sein sensationelles Angebot gekostet. Gerne hätten wir noch bei Emmerich Knoll im Keller gefroren um uns seine immer wieder einzigartigen Erzählungen über den Jahrgang anzuhören und die dazu gehörigen grandiosen Fassproben gekostet. Ganz zu schweigen, was uns alles in der Südsteiermark gefallen hätte. Dazu war leider diesmal keine Zeit, aber wir holen das alles nach. Versprochen.

Das Schönste aber ist, dass wir einen ganz aussergewöhnlichen Jahrgang kennen lernen durften. Ein Jahrgang, der von den Winzern grosses Einfühlungsvermögen und viel Geduld verlangte. Ein Jahrgang, der nach den grossen Regenfällen im September schon viele an der Qualität zweifeln liess, der aber doch ein sehr, sehr guter wurde.
© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-18 11:20:25

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