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Das Fest.

Die Fabel vom grossen Fest der Katze Muhr.

Für das 10 Jahres-Fest der Agentur Wine & Partners und deren Chefin Dorli Muhr verfasste Willi Klinger eine launige Laudatio, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Das Fest.


In der großen Ebene im Osten der Hauptstadt lebte in einem kleinen Dorf namens Rohrau, das sonst nichts weiter als Komponisten hervorgebracht hatte, ein kleines Kätzchen. Es konnte in allen Sprachen so entzückend schmeicheln und schnurren, dass ihm die Eltern den Muhrrrr gaben. Dieses besondere Talent sollte dem kleinen Kätzchen später noch sehr nützlich werden, denn das Schicksal wollte es, dass es Muhr auf ihrem Lebenwege mit den größten Hagestolzen zu tun bekam, die landauf, landab ihre bedeutende Tätigkeit darin erblickten, den Leuten teils halb-, teils ganz unwahre Geschichten in gedruckter Form aufzutischen.

Vorerst lebte sie bei einem Weinbauern, der ihr immer wieder von seinem Wein zu kosten gab. Bald schon konnte sie die verschiedensten Weine unterscheiden und verstand es aufs vortrefflichste, sie den Wirten und Händlern schmeichlerisch und schnurrend schmackhaft zu machen.

Einmal war die englische Königin zu Gast im Lande, und Muhr schlich sich ganz nahe an die feine Gesellschaft heran. Sie war ganz geblendet von ihrer Schönheit, dem pinkfarbenen Kostüm und dem lila Hut. Die Königin verlangte zu trinken, und man reichte ihr ein Glas. Sie glaubte es sei Wasser und nahm einen kräftigen Schluck."Wine!" Die Katze war wie von Sinnen, die Königin hatte "Wine" gesagt. Wie nobel das klang. "Wine!", "Wine!", "Wine!". Nicht so gewöhnlich wie das deutsche "Wein", das die Leute ja doch nur "Wei" oder sogar "Woi" aussprachen. Aber "Wine" klang einfach königlich. Und als die geschäftstüchtige Katze schließlich ein Wein- und Partnervermittlungsbüro in der Hauptstadt eröffnete, dachte sie an die Königin und nannte es "Wine & Partners".

Nach 10 Jahren blickt Muhr auf eine zwiespältige Bilanz zurück. Das Partnervermittlungsinstitut will nicht so recht in Schwung kommen. Immerhin brachte sie eine Straußin an den Mann. Und für eine elegante Pudeldame namens Susi konnte ein Pintscher gefunden werden. Doch die prächtige Angorahäsin Priska zog unerledigten Auftrags von dannen.

Auch auf die flotte Stute Ute braucht sie Muhr nichts einzubilden, die brachte ihren Hengst selbst mit in den Stall. Sogar ihre beste Freundin, die Biene Sa, fliegt immer noch frei herum. Sie muss höllisch auf der Hut sein, denn es gibt in der Gegend einen bösen Bienenfresser.

Noch hat Muhr vier putzige Jungkatzen in petto, aber in dieser Angelegenheit unternimmt sie rein gar nichts, obwohl jede für sich als bestens vermittelbar gilt.

Nur in eigener Sache wurde sie zuletzt tätig. Sie, die nie Port trank und die gerade erst einem extravaganten Pfau den Laufpass gegeben hatte, warf sich nun einem portugiesischen Dirkhahn an die Brust. Dies kann insofern als Erfolg gewertet werden, als der Dirkhahn über beträchtliche Kellereien verfügt und insgesamt einen relativ geläuterten Eindruck macht.

Bei Wein, pardon beim "Wine", ist sie bei weitem erfolgreicher. In Fachkreisen kursiert ein geflügeltes Wort: "Wie verkauft man am schnellsten einen Wagon Wein nach Amerika? Über Druck an der Muhr".

Am Hofe der Katze Muhr gibt es immer wieder etwas zu feiern. Zum prächtigsten aller Feste lud sie anlässlich ihres 10-jährigen Geschäftsjubiläums. Alle Handwerkszünfte des Landes entsandten Abordnungen von Gesellen zur Unterstützung der Vorbereitungen. Da sieht man sie wie die Heinzelmännchen eifrig am Werke:
die Feiler feilen, die Gruber graben, die Holzer holzen, die Bachl bacheln, die Schleimer schleimen, die Hämmerle hämmern, die Knalli knallen, die Igler igeln, die Siegl siegeln, die Leitner leiten, die Renner rennen, die Sattler satteln, die Kutscher kutschen, die Beck backen, die Gegenbauer pantschen viel, die Weninger weniger, die Pfaffl beten, die Wenzel scharwenzeln, die Moser machen sich einen Lenz, oder sie mosern, was wiederum beweist, dass Moser kein Handwerk ist, sondern ein Mundwerk, und die Prieler prielen, das heißt sie spülen das Geschirr.

Alle Tiere aus Wald und Flur waren schließlich zum Feste gekommen, der Katze Muhr zu huldigen: Die faule Biene Gaja schickt den fleißigen Willi. Stolz trägt Ali der Kracher seine frisch geschliffenen Hauer zur Schau. Blacky, der Fleischerhund wirkt bereits etwas triefäugig. Auch Goose, die Gans hat bereits Federn gelassen. Umso frecher Fritz the Cat, der einen unanständigen Witz zum besten gibt.

Klaus der Egel flirtet mit Karin, der Schnecke. Oben auf einem Triebaum sitzen drei Sonnenvögel und zwitschern: "Jurtschitsch, Jurtschitsch, Jurtschitsch!". Darüber ärgert sich Hirtz, die Smaragdeidechse grün und blau, aber das fällt aus begreiflichen Gründen gar niemandem auf, denn grün ist sie von natur aus und blau auch meistens.

Plötzlich, und es verfinstert sich der Himmel, betritt der majestätische Guillaume de La Fontaine de Langenlois, genannt der Bründlmayer, den Raum und schüttelt mit seiner eisernen Ritterfaust die zarten Pfoten der Umstehenden. Und in seinem Dunstkreis die Wappenvögel: Herbert, der Hacker mit dem gefährlichen Schnabel, Christian der Stieglitz in seinem charakteristischen Federkleid, Osto der Aar in souveränem Fluge, surrend umschwirrt von der nervösen Zapelle.

Au! Was soll die schwarze Hartgummischeibe? Jö, da öffnet sie sich, und heraus klettert an einem Spagat der Kobold aus dem Sommernachtstraum, der Puck. Da verliert der Urochs aus Berlin vor Schreck sein "o". Und Helmut, das Styriabeef, spottet: "Mein Fleisch ist zarter, mein Fleisch ist zarter!" "Gusch" (das heißt auf portugiesisch "Ruhe!") gebieten the Bull and the Bear unisono, während Meister Petz seine Tatze schon wieder in einem Honigtopf stecken hat.

Der Dompfaff kommt mit einer Möhre aus dem Wald. Ein schwarzes Kamel reibt den Kren. Beat klopft Schnitzel: caduff, caduff, caduff. Das seltene Krawanja-Äffchen aus dem Livingstone-Nationalpark wirft mit Wok-Gemüse umher, worauf die Festgäste aussehen wie frisch geschmückte Christbäume.

Et voilà! Delegiert mit den Stimmen der Reb- und Blattläuse, spricht die Nittlaus, natürlich in feinstem Botschafterfranzösisch den denkwürdigen Satz: "J`aime la Muhr!" "Ia, ia" tönt Walter der Esel. Und dann singen alle Tiere im Chor das Jubellied: "La Muhr, qu`on voit danser, le long des vignes chères..."

Und alle erheben die Gläser zum Trank, und weit über die Dächer der Stadt erschallt der dreifache Ruf:

"Vive la Muhr, vive la Muhr, vive la Muhr!".

Willi Klinger ist Verkaufsleiter bei Angelo Gaja. Als ehmaliger Chef der Freien Weingärtner Wachau war er einer der ersten Kunden von Dorli Muhr.
© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-18 11:40:35

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