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Air France - KLM wollen "Dicken" höheren Tarif verrechnen.

Aber wer bitte definiert, was "dick" ist?

Eine ziemlich skurrile Pressemeldung tickte gerade herein. Nicht nur, dass übergewichtige Menschen bis zu 75% mehr zahlen sollen, scheint das in der ganzen Branche zum Thema zu werden. Bei Air India wurden bereits "dicke" Stewardessen gekündigt.

Air France - KLM wollen "Dicken" höheren Tarif verrechnen.
So leer sieht's ja immer gut aus. (Foto: Air France)
Weblinks


Den Haag/Berlin (pte/20.01.2010/11:05) - Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France - KLM macht ernst mit übergewichtigen Passagieren. Diese müssen künftig fast doppelt soviel für Tickets berappen. Wie der Konzern bekannt gab, sei die Maßnahme darauf angelegt, die Sicherheit in den Maschinen zu gewährleisten. Stark übergewichtige Fluggäste bekämen nur dann das Geld für einen im Voraus reservierten, zweiten Sitzplatz erstattet, wenn der Flug im Anschluss nicht ausgebucht ist. Verbraucherschützer sehen in dieser Praxis eine klare Diskriminierung.

Zwei-Klassen-Fliegerei droht.

"Kommt es tatsächlich dazu, dass Air France - KLM diese Überlegung in die Tat umsetzt, dann wäre dies der erste Schritt hin zu einer Zwei-Klassen-Fliegerei. Es bleibt aber abzuwarten, ob die Antidiskriminierungs-Richtlinie der EU solche Entscheidungen nicht doch noch kippt", sagt Christian Fronczak von der Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv.de auf Nachfrage von pressetext. Dem Verbraucherschützer nach stellt sich in diesem Fall die Frage danach, wo man anfängt und wo sich dann das Ende findet. Vielmehr sollte man an der Qualität arbeiten.

Eine Sprecherin des Unternehmens verweist indes darauf, dass übergewichtige Passagiere 75 Prozent vom Normalpreis ohne Steuern und Gebühren zahlen müssen, wenn sie nicht in einen Einzelsitz passen. Dafür werde den Kunden ein zusätzlicher Platz zur Verfügung gestellt. Für Fronczak drängt sich hingegen der Verdacht auf, dass die missliche Lebenslage der Passagiere zur Gewinnmaximierung ausgenutzt wird. Air France KLM will eigenen Angaben nach aber sicherstellen, dass Rückenlehnen frei bewegbar bleiben sowie Passagiere angeschnallt sind.

Spezialpreis für Dicke, Toilettengebühr und Co.

Die Idee spezieller Ticketpreise für übergewichtige Fluggäste ist nicht neu. Auch der irische Billigflieger Ryanair hatte 2009 nachgedacht, eine Sondergebühr für Dicke einzuführen. Die Iren hatten zudem in Erwägung gezogen, für Bordtoiletten eine Gebühr zu erheben. Ryanair-CEO Michael O'Leary wollte die Toilettentüren damals mit Münzeinwurfschlitzen versehen.

Aber auch die Lufthansa hatte Ende 2009 engere Sitzreihen sowie mehr Plätze angekündigt, um Marktanteile zurückzuerobern und den Billigfliegern aggressiv den Kampf anzusagen.

"All diese Ideen sind zum Teil aberwitzig und zeigen, dass es über den Wolken längst nicht mehr um Qualität, sondern um Preisdumping geht. Trotz oder gerade wegen der Krise wären die Airlines gut damit beraten, sich wieder auf Qualität anstatt Quantität zu konzentrieren", so Fronczak gegenüber pressetext.

Die Diskriminierung scheint sich nun bei der Air India auch gegen das Personal zu richten. Einem Bericht von Press Trust of India nach hat der Konzern zehn Stewardessen gekündigt, da diese in einer vorgegebenen Zeit nicht abgenommen haben. (Ende)


Aussender: pressetext.austria

In den USA gibt es diese Regelungen schon seit April 2009.

In den USA gibt es diese Regelungen schon seit April 2009.
Mit solchem Instant-Food verhindert man bei United, dass Passagiere zu dick werden ;-) © BrokenSphere / Wikimedia Commons
Übergewichtigen Fluggästen, die nicht in einen Economy-Sitz passen, stellt die Fluggesellschaft United Airlines einen zweiten Platz in Rechnung.

“Bisher blieb der (dicke) Fluggast sitzen und sein Nachbar hatte einen ungemütlichen Flug“, sagte eine Sprecherin von United Airlines dem Radiosender WBBM 780. Allein 2008 habe es 700 Beschwerden gegeben. Das Flugpersonal habe nie genau gewusst, wie es mit fülligen Passagieren umgehen soll. Jetzt haben wir eine Regelung gefunden.“

Betroffen sind laut United Airlines Passagiere, die sich nicht anschnallen, im Sitzen die Armlehnen nicht herunterklappen oder sich erst gar nicht hinsetzen können. Wenn möglich, sollen solche Reisenden neben einen freien Platz gesetzt werden. Wenn die Maschine ausgebucht ist, müssen übergewichtige Kunden auf ihren Flug verzichten und auf dem nächsten einen zusätzlichen Platz buchen. Dafür dürfen sie dann aber wenigstens ein zweites Gepäck-Stück aufgeben, weil "die ja auch grössere und gewichtigere Kleidung mithaben".

United Airlines ist übrigens nicht die einzige US-Fluggesellschaft, die übergewichtige Passagiere mehr zahlen lässt. Acht andere amerikanische Fluglinien, darunter Southwest Airlines, Continental und Delta, verfahren ähnlich. Nur American Airlines bitte Dicke (noch) nicht zur Kasse.

Übrigens: Nach einer Umfrage finden 74 Prozent der Zuschauer des US-Fernsehsenders CNN die Aktion von United Airlines gut. Irgendwie seltsam, sind die US_Bürger doch mehrheitlich übergewichtig, ein gutes Drittel gilt sogar als fettleibig und passt sicher nicht mehr in den Standard-Flugsitz, der übrigens nur schmale 43cm breit ist.
© by Helmut Knall
last modified: 2010-01-20 18:20:51

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