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Parker Bashing.

Ein Buch seiner früheren Mitarbeiterin Hanna Agostini löst geradezu Unglaubliches aus.



Speziell in Deutschland schlagen nach einem Stern-Artikel die Wellen hoch. Man setzt Robert Parker bereits "auf die Anklagebank" und unterstellt ihm nur 7 Tage im Jahr in Frankreich zu sein.

Alle anderen Medien schreiben das unrecherchiert nahzu wörtlich ab, obwohl niemand - auch die Stern Redakteure nicht - das Buch bereits gelesen hat.

Mir geht es jetzt auch nicht darum, Parker in Schutz zu nehmen. Auch wenn ich ihn wohl schon länger als sieben Tage am Stück in Frankreich gesehen habe und ihn als kompetenten und seriösen Verkoster kennen- und schätzen gelernt habe.

Nun, wenn man so berühmt ist wie Parker, muss man wohl irgendwann mit solchen Angriffen rechnen. Aber die Art und Weise, wie das vor allem in Deutschland im Moment passiert ist ja nun wirklich allertiefste Boulevard-Skala. Niemand hat das Buch gelesen, jeder haut hin und 99% der erschienenen Artikel sind im Wortlaut 1:1 Stern. Das kann ich nicht gut heissen.

Ich habe gelernt zu recherchieren und gerade das ist heute so einfach per Internet (googlen Sie einfach "Hanna Agostini") und ein paar Anrufen. Aber es wird nicht mehr gemacht. Irgendjemand furzt was in die Gegend und alle anderen schreiben ungeprüft ab. Und der gute Parker hat ja durchaus auch was geleistet, das war ja nicht nur negativ. Auch wenn es schon länger her ist, so einen Ruf muss man sich auch erst einmal erarbeiten - und ich kenne ihn als höchst kompetenten und seriösen BDX-Verkoster.

Keiner hat aber das Buch gelesen - nicht einmal die vom Stern. Keiner schaut nach, was für einen Frust die Madame hatte, die - das weiss ich inzwischen definitiv - auf Parker-Wine-Advocate-Papier Rechnungen geschrieben hatte, von denen Parker nichts wusste und deswegen flog.

Aber Bashing hat für mich nix mit Journalismus zu tun. Ob man den Typen mag oder nicht. Ich wünsche den Herrschaften, dass es ihnen mal ähnlich ergeht. Aber dafür sind sie leider nicht bekannt genung.

Ich setze hier nun bewusst keinen Link zu den Artikeln oder zu dem Buch, da ich das nicht noch fördern will, es ist ja eh einfach das zu finden. Hier auf Wine-Times wird es erst eine Story dazu geben, wenn wir das Buch gelesen haben.

Kopfschüttelnde Grüsse

Helmut O. Knall
© by Helmut Knall
last modified: 2007-11-04 16:23:28

    2007-11-13 07:45:11    

richtig lesen & punkte

hallo knalli, hallo paula bosch,
ihr beide trefft den punkt. knalli damit dass man richtig lesen sollte bevor man los poltert & paula bosch damit, dass sich alle über die punkte von parker echauffieren, ABER 95% derer sie

a) erwähnen (als händler)
b) nach den punkten kaufen (weinliebhaber)
c)sich darüber freuen (als winzer)

sigi hiss
weinjournalist & kritiker

Helmut Knall    2007-11-12 21:37:23    

Und noch ein Kommentar.

grüß gott mein lieber,

was du da schreibst ist sehr lobenswert von dir. schliesslich wird man ja auch nicht ohne verurteilung einfach an den galgen gehängt. leider fehlen hier diejenigen, die erstmal die drecksarbeit machen, d.h. wie du schon geschrieben hast - RECHERCHIEREN. nun ja wenn man ohne lohn und brot erst mal arbeiten soll, wird es wie überall auch in der branche der schreibenden eng. warten wir also ab was da noch auf uns zukommt. fest steht jedenfalls, dass wir alle von parker profitiert haben und das nicht so knapp. die weinbranche insgesamt macht ja heute noch täglich keine weinempfehlung ohne die begehrten punktl's - mit deren teils lachhaften weinkentnissen könntens nicht mal eine flasche edelzwicker verkaufen.

dir alle guten wünsche immer volle gläser mit voller punktzahl und einer netten begleitung.deine
paula

Paula Bosch
Restaurant Tantris
Sommelière
www.tantris.de

Helmut Knall    2007-11-12 21:16:18    

Ja schau...

...ein launiger Kommentar vom Herrn Chefredakteur. Aber wenn Sie mich fragen ob ich das Buch schon gelesen habe, dann muss ich leider antworten, dass Sie meinen Artikel wohl nicht gelesen haben, denn das steht ja eindeutig da, dass ich erst Stellung nehmen werde, wenn ich das Buch gelesen habe. Ganz am Schluss...
Eine Unterlassungsklage wurde sogar eingeleitet. Und zwar von Alain Raynaud. Auch das ergoogelt man sehr einfach.
Parker in Frankreich zu treffen ist durchaus möglich, ebenso wie Herrn Moser. Und wenn ich ihn dann nach ein paar Tagen wieder irgendwo sehe, nehme ich einfach an, dass er dazwischen nicht nach Hause geflogen ist um seine Hunde äusserln zu führen. Ich glaube ja auch nicht, dass der Peter Moser, der Francois Mauss oder sonstwer zwischendurch wieder ausser Landes war.
Und irgendwie ging es mir ja eigentlich mehr darum, schlampigen Journalismus und sinnlose Menschenhatz anzuprangern, als Herrn Parker oder Frau Agostini. Das steht meiner Meinung nach auch da in dem Artikel.
Aber wir können das gerne einmal bei einem Gläschen ausdiskutieren, ich würde das Palmenhaus als Glashausdazu vorschlagen. Und vielleicht sind wir dann ja auch wieder "per Du".
Schmunzelgruss.

Helmut Knall. Chefredakteur von Wine-Times und Wine-Guide-Austria, Autor bei Wein-Gourmet, Feinschmecker, ÖGZ und so weiter.

    2007-11-11 11:12:21    

hallo herr moser,
es würde mich sehr interessieren warum sie diese email geschrieben haben.
mfg sigi hiss

Peter Moser    2007-11-09 13:19:22    

Theater-Donner

Wie polemisch auch immer der Stern seine Artikel aufmacht, bleiben wir doch bitte bei der Sache. Haben sie, geschätzter Herr Knall, das Buch bereits gelesen? Wären die Vorwürfe so abstrus, die Frau Agostini äußert, dann hätte Herr Parker sofort medienrechtlich einschreiten können. Auch in Frankreich sind Unterlassungsklagen gang und gäbe. Das Buch ist allerdings am Markt, und wurde keineswegs beeinsprucht. Hanna Agostini hat nicht nur Jahre lang die Bücher Parkers übersetzt, sondern auch seine Proben in Bordeaux koordiniert. Es stimmt offenbar, dass sie Rechnungen auf dem Briefpapier für "The Wine Advocate" geschrieben hat, und dass dies unter anderem zu ihrer Entlassung geführt hat. Es folgte ein Gerichtsprozess. Haben sie das Urteil in diesem Verfahren auch schon ergoogelt, Hr. Knall? Nun , wenn nicht, dann Fragen sie Herrn Parker einfach, wenn sie ihn das nächste Mal sieben Tage am Stück beim Probieren in Bordeaux sehen, was Kompliment, wirklich ein großes Privileg ist, das sie scheinbar als einziger Mensch der Welt bisher hatten - von Frau Agostini einmal abgesehen - die sie ja sicher so wie Bob auch gut genug kennen dürften, um sie als Lügner abzustempeln. Weiter viel Spaß im Glashaus. wünscht Peter Moser, Chefredakteur Falstaff Magazin und Autor von "The Ultimate Austrian Wineguide".


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