Josef Jamek 1919-2011.
16. März 2011 | Von Helmut O. Knall | Kategorie: Reportagen.Einige Gedanken über eine absolute Ausnahme-Persönlichkeit.
JJJ.
Diese drei ineinander verschlungenen “J” kennt man nahezu weltweit. Sie stehen für Josef Jamek Joching. Und es ist gar nicht leicht alles aufzuzählen, was man noch alles damit verbinden muss. Ohne ihn und seine Mitstreiter gäbe es heute wahrscheinlich ein Donau-Kraftwerk statt der Wachau.
Ohne ihn gäbe es keine weltberühmten Wachauer Rieslinge. Keine Steinfeder, kein Federspiel und keinen Smaragd. Und ohne ihn wären wir vor einigen Jahren auf mancher Geschäftsreise in Deutschland an der Weinkarte verzweifelt.
Trotzdem ist er immer bescheiden geblieben. Dabei stand er nach dem Krieg vor dem Nichts. Er übernahm das von den Russen völlig leergeräumte Elternhaus, das ehemalige Hotel Wachau, renovierte es mit einfachsten Mitteln und dank der Kochkunst seiner ebenso unermüdlichen Frau “Traudl” wurde die “Gaststätte Jamek” weithin bekannt und beliebt.
Unermüdlich kämpfte er wenig später mit seinem Mitstreiter Franz Hirtzberger sen., dem damaligen Bürgermeister von Spitz, gegen das bereits geplante Kraftwerk, das die einzgartige Schönheit der Landschaft und das für den Wein so wichtige Mikroklima zerstört hätte.
Und wer einmal mit Josef Jamek in seiner Riesling-Paradelage Ried Klaus war, die er übrigens 1959 erwarb, der versteht, warum der “Pepi-Onkel”, wie er zärtlich gerufen wird, zum einem der ersten „Grün-Denker“ in Österreich wurde.
„Ich hoffe, dass ich meinen kleinen, bescheidenen Beitrag dazu leisten durfte,
dass die Wachau und der Wachauer Wein heute jene Anerkennung geniessen,
die sie verdient haben.“
Josef Jamek der Wein-Pionier.
Belächelt wurde Josef Jamek, als er sich schon in den 50er Jahren für einen leichteren, fruchtbetonten Wein mit biologischem Säureabbau einsetzte. Dem Vorgänger der heute beliebten Steinfeder. Und er revolutionierte den Riesling in der Wachau, eine damals eher ungeliebte, weil heikle Rebsorte.
Naturnaher Weinbau, war seine Devise, das allerorts praktizierte Aufzuckern der Moste war ihm stets ein Greuel. Durch den Säureabbau nahm er den Weinen nicht nur die aggressive Apfelsäure, sondern schuf damit auch die Basis für ein niedrigeres Schwefelniveau.
Was Josef Jamek alles geleistet hat, würde wahrscheinlich ein Buch füllen. 1996 übergaben die Jameks den Betrieb an Tochter Jutta und Schwiegersohn Hans Altmann, die den Betrieb in gewohnter Qualität weiter führen. Die Brennerei wurde ausgegliedert und an Enkel Markus Wieser übergeben.
Das Ehepaar Jamek lebte zuletzt bescheiden zurückgezogen im Wohnhaus hinter dem Betrieb. Josef Jamek wird mir fehlen, ich habe unglaublich viel von ihm gelernt. Ruhe in Frieden!
Weingut und Restaurant Jamek.
A-3610 Joching 45,Wachau/Österreich
Tel.: +43 2715 2235 | Fax: DW -22
E-Mail: info@weingut-jamek.at
(Danke an Petr Blaha für das grossartige Foto)


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Josef Jamek war für mich immer ein Vorbild, als Mensch und als Winzer, nicht Marketing und Show, wie sie heute in der Weinwelt verbreitet zu finden ist, sondern Bescheidenheit und tiefe innere Inspiration kennzeichneten sein Tun.