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Barbera aus Lengenfeld?

Ein Winzer, den man sich merken sollte: Kurt Angerer.

Kennen Sie einen Weinhauer, der sich kein neues Auto leistet, weil er sich um das Geld lieber neue Barriques kauft? Helmut O. Knall hat ihn kennengelernt.

Barbera aus Lengenfeld?


Er ist auf fast allen Weinmessen der Welt präsent. Und er fällt dort regelmässig mit seinen blitzsauberen Weinen auf. Gerade erst hat er vom Wine-Spectator 92 Punkte für seinen "Grünen Veltliner Unfiltriert 2003" bekommen. Kurt Angerer aus Lengenfeld bei Krems.

Seine Weingärten liegen im Hügelland zwischen Lengenfeld und Langenlois. Weine aus Langenlois kennt jeder Weinfreund als Spitzenweine. Weine aus Lengenfeld kennt man höchstens als Schankdoppler.

Genau da steckt der junge Winzer auch im typischen Generationskonflikt. Der Vater ist der typische Weinbauer, der seine Familie mit den eher einfachen Weinen in der "Austromagnum" ernährt. Der Sohn setzt auf ausdünnen, Spitzenlagen und Ausbau im Stahltank und Barrique, Qualitätsweine, die in Bouteillen abgefüllt werden.

Mit 14 hatte er seinen ersten Weingarten, den er dann neben der Weinbauschule Krems betreute und von wo er 1988 seinen ersten Eiswein kelterte, der heute noch wunderbar fruchtig ist. Nach seinen Lehrjahren in bekannten Weingütern im Ausland begann er bei Importeur Vergeiner als Kellermeister und lernte dort Weine aus aller Welt kennen. Die dichten Rotweine aus Frankreich und Australien hatten es ihm angetan und er dachte: "Warum machen wir das eigentlich nicht?" und erzeugte ab 1995 auch Rotweine im Barrique, da seine Lagen gute Böden dafür aufweisen.

Der Meister in seinem Keller

Der Meister in seinem Keller
Im Bild: Der Meister und seine Babies.


"Vorher hab' i, so wie viele andere, dünne Safterl im Keller ghabt" meint er verschmitzt, als er mir seinen dunklen, samtigen St. Laurent einschenkt.

Schon im Jahr 1996 kamen die ersten Erfolge, Gold- und Silbermedaillen auf internationalen Messen, vorerst für seine Super-Veltliner und Rieslinge, 1997 dann auch für die Roten. Mit seinem Eiswein 1991 errang er sogar eine Goldmedaille auf der Vinexpo in Bordeaux.

Mit seinem Grünen Veltliner "Spies" wurde er Vinaria-Sieger und liess damit sämtliche Österreichischen Top-Winzer hinter sich. Und seine Top-Veltliner "Loam" und "Eichenstaude" sind bei internationalen Bewerben immer im Spitzenfeld zu finden, so auch heuer in London und Bordeax.

Die Jahrgänge 2001 und 2002 brachten in an die Spitze. Die beiden Wetter-extremen darauffolgenden Jahre 03 und 04 zeigte er, was er kann: Das Ergebnissind vier Sterne im WineTimes-Wine-Guide.

Riesling, Veltliner, Zweigelt, St. Laurent, Merlot und Cabernet Sauvignon wachsen auf seinen knapp 9 Hektaren. Seit kurzem auch ein eleganter Pinot Noir. Und die Ideen gehen ihm nie aus, so hat er mit einem Piemonteser Weinhauer eine Cuvee aus Barbera und Zweigelt kreiert, die als Fassprobe schon Aufsehen erregte.

Dabei hatte er vorerst überlegt auszuwandern. Californien und Chile waren die ersten Ziele, aber am liebsten wäre er nach Australien gegangen.

Auf die Weinmessen fährt er übrigens mit seinem alten Lieferwagen, auch nach Bordeaux oder Verona. Denn da kann er am Weg noch Wein liefern und spart das Geld für ein Privatauto für neue Barriques und die Modernisierung des Kellers.

Auch wenn Sie den Kurt im heimischen Wirtshaus für einen Spinner halten, der den besten Wein der Welt machen will, sein Weg ist sicher richtig. Noch ist er ein Geheimtip. Aber den Namen wird man sich merken müssen.
© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-17 09:33:12

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